Forschung, die Wirkung zeigt – für Mensch, Umwelt und Märkte
Wie kann Kakao nachhaltig produziert werden, ohne Wälder zu zerstören oder die Lebensgrundlagen der Bäuer:innen zu gefährden? Diese Frage steht im Zentrum des Forschungsprojekts „Dynamic Cocoa Agroforestry Systems for Sustainable Production in Ghana“, das im Rahmen des Schweizer SOR4D-Programms (Solution Oriented Research for Development) umgesetzt wird. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Praxis zu übersetzen – und damit Wege für eine klimafreundliche, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Kakaoproduktion aufzuzeigen.
Der Kakaosektor in Ghana steht vor grossen Herausforderungen: steigende Temperaturen, unregelmässige Niederschläge, Bodendegradation und instabile Preise bedrohen die Existenz vieler Kleinbauernfamilien. Gleichzeitig wächst der Druck, ökologische Standards einzuhalten und entwaldungsfreie Lieferketten sicherzustellen. Die Antwort liegt in dynamischen Agroforstsystemen – Mischkulturen, in denen Kakao unter Schattenbäumen, Heilpflanzen und Nutzgehölzen wächst. Diese Systeme verbessern Bodenqualität und Biodiversität, binden CO₂ und sichern Einkommen durch zusätzliche Ernteprodukte.
Forschung trifft Praxis
Gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden in Ghana neue Modelle für eine regenerative Kakao-Agroforstwirtschaft entwickelt. Im Zentrum steht die ETH Zürich, die das Projekt wissenschaftlich leitet und agrarökologische Modelle erforscht, welche ökologische, ökonomische und soziale Faktoren miteinander verbinden.
Die Forschung wird direkt auf den Feldern von über 1’200 Kleinbauernfamilien umgesetzt. So entsteht ein einzigartiges Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Evidenz und praktischer Anwendung. Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung einer digitalen Wissensplattform und App, die Landwirt:innen ermöglicht, Anbaupraktiken zu dokumentieren, Erfahrungen auszutauschen und Feedback von Expert:innen zu erhalten. Forschungsergebnisse fliessen so unmittelbar in die lokale Handlungskompetenz ein.
Untersucht wird, wie unterschiedliche Baumarten, Schattendichten und Bodenbedingungen das Pflanzenwachstum, die CO₂-Bindung und die wirtschaftliche Stabilität beeinflussen. Gleichzeitig werden sozioökonomische Daten erhoben, um zu verstehen, welche Faktoren die Umstellung auf nachhaltige Systeme fördern oder behindern.
Die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, partizipativen Methoden und digitaler Datenerhebung schafft ein Modell, das lokal verankert und global übertragbar ist. Die Erkenntnisse aus Ghana dienen als Grundlage, um Agroforstsysteme in anderen Kakaoanbaugebieten Westafrikas weiterzuentwickeln – für eine zukunftsfähige, faire und klimafreundliche Kakaoproduktion.
Wissen in Wirkung verwandeln
Ihre Spende unterstützt Forschung und Ausbildung für eine nachhaltige Kakaoproduktion in Ghana. So entsteht Wissen, das Leben verändert – und Zukunft pflanzt.
Projektpartner:innen
Durch die Zusammenarbeit mit starken Partner:innen erhalten wir national sowie international mehr Einfluss, um unsere Ziele effizient zu erreichen.







